Wie wir unsere Arbeit verstehen und was uns dabei wichtig ist

Unsere Aufgabe - unsere Ziele

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Jugendliche, Kinder und deren Familien in schwierigen Lebenssituationen, denen wir einen individuellen, entwicklungsfördernden und schützenden Rahmen schaffen. Ziel unserer Arbeit ist es, durch geeignete Beratungs-, Betreuungs-, Hilfe- und Erziehungsleistungen den Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sie in ihrer aktiven Auseinandersetzung mit der Welt zu unterstützen sowie ihnen auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und mündigen Persönlichkeit zur Seite zu stehen. Die Aufgabe ist zugleich Vision. Sie verlangt eine gemeinsame Suche und jeweils ein Bündnis von den jungen Menschen und ihren Familien mit uns. Daneben werden Zuwendung und Beziehungsangebot, Problembewusstsein, soziale Phantasie und Offenheit gebraucht.  

Unsere Arbeit verstehen wir nicht allein als Krisenintervention. Uns geht es um die Idee von einem guten und gelingenden Leben. Deshalb investieren wir viel Zeit und Energie in Bildung, verstanden als ganzheitliche Persönlichkeits- und Menschenbildung. Im praktischen Tun unserer Arbeit heißt das: Lernen, spielen, singen, werken, bewegen, miteinander streiten, sich auseinandersetzen, sich versöhnen, begegnen, ……. Bewegung und Kultur, Musik und Kunst beziehen wir bewusst in die Arbeit mit ein.

Persönlicher Einsatz und menschliche Verbundenheit

Unser Auftrag (erziehen, helfen, beraten, unterstützen…) realisiert sich in der konkreten Begegnung mit dem Anderen. Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Aspekt unserer Arbeit ist es, in Auseinandersetzung und Beziehung mit den Menschen zu treten, mit denen wir arbeiten. Dies bedeutet immer wieder aufs Neue eine schwierige, weil fragile Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz, die von allen MitarbeiterInnen hohe Fachlichkeit und persönliches Interesse an der Begegnung mit Menschen, ein dauerndes Nachdenken, die Übernahme von Verantwortung und ein Sich-Einlassen voraussetzt. Unsere Arbeit ist deshalb immer auch „persönlich“. Persönliches Engagement ist keine Zutat, sondern Voraussetzung. Jeder muss bereit sein, seine eigene Person einzubringen und in der Arbeit wirksam werden zu lassen. Die Einrichtung muss dafür den nötigen Rückhalt bieten.


Fachliches Wissen und Können

Fachlichkeit ist neben dem persönlichen Engagement ein Muss. Deshalb fördern wir aktiv die Weiterqualifikation der MitarbeiterInnen. Die Wissens- und Erfahrungsbestände dienen dazu, richtig, also gerecht zu handeln. Da das immer nur annähernd gelingt, wird Reflexion, Selbstreflexion und Kritik dringend gebraucht. In der Weiterentwicklung unserer Arbeit nehmen wir sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und fachpolitische Innovationen auf und wollen selbst Impulsgeber sein. Das enge Zusammenwirken mit Wissenschaft und Forschung und die Reflexion unserer Arbeit in der fachlichen Diskussion, Präsentation und Konfrontation, z.B. in der engagierten Mitarbeit in der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen und im Paritätischen Wohnfahrtsverband, geben für uns wichtige Impulse und Gelegenheit uns an fachlichen und sozialpolitischen Entwicklungen aktiv zu beteiligen.


Institutioneller Rahmen

Nicht die Institution und ihr Selbsterhalt stehen im Mittelpunkt, sondern die Arbeit mit und für junge Menschen und deren Familien. Unsere Einrichtung hat den Anspruch, in ihrer Organisationsstruktur flexibel zu sein und sich dadurch immer wieder neu zu bewähren. Auf die Entwicklungen von Kindern, Jugendlichen und von MitarbeiterInnen lassen wir uns offen ein. Gesellschaftliche Veränderungen nehmen wir bewusst wahr und nutzen unser Wissen und Können für Innovation. Wir sind ein Netzwerk, das von all denen getragen und gestaltet wird, die darin arbeiten (und leben). Um diesen Anspruch tagtäglich verwirklichen zu können, sind demokratische Strukturen und verbindliche Formen der Mitbestimmung nötig. Die Übertragung von Autonomie und Verantwortung auf die einzelnen Teams, die Zusammenarbeit verschiedener Ebenen und Gremien, aber auch eine positive Einstellung zu fachlicher Kontrolle und (Selbst-)Kritik auf allen Ebenen stützen unser Tun.


Gesellschaftliches und politisches Handeln

Wir wollen dort hilfreich sein, wo Menschen in Schwierigkeiten sind oder geraten und besondere Bemühungen zur Integration gebraucht werden. Dies muss sich in entsprechendem Handeln vor Ort, in Projekten und Konzepten, die über die Erziehungshilfen hinausgehen, abbilden. Statt uns nur um die Organisation zu sorgen, kümmern wir uns um die Nöte im Umfeld und Sozialraum. In (fach-)politischen Gremien wirken wir mit und setzen uns anwaltschaftlich für die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien bei politischen Entscheidungsträgern ein. 

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