Chronologie der Martin-Bonhoeffer-Häuser

1974

Vereinsgründung

Reinhart Lempp, Andreas Flitner, Anne Frommann, Hans Thiersch und Gunter Haag gründen zusammen mit weiteren Fachleuten aus Pädagogik und Psychiatrie den „Tübinger Verein für Sozialtherapie bei Kindern und Jugendlichen e.V.“. Zweck ist die Rettung eines im Zuge von Heimkampagne und Studentenbewegung von jungen Leuten in eigener Initiative betriebenen Alternativ-Projekts zur Heimerziehung. Betroffen sind 27 Kinder und Jugendliche, für die verlässliche Strukturen geschaffen werden müssen. Fritz und Thekla-Funke-Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung und Fördermittel des Landes ermöglichen dies. Das Projekt wird zur Einrichtung „Sozialtherapeutische Wohngruppen“. Gunter Haag wird kommissarischer Leiter.


1976

Martin Bonhoeffer

übernimmt die Leitung der Einrichtung. Sie wird dezentral organisiert in vier Wohngruppen für jeweils 6 Kinder und Jugendliche, die von zwei Fachkräften und einer Praktikantin betreut werden. Eine Kleingruppe mit drei Plätzen betreibt Martin Bonhoeffer im eigenen Haushalt selbst. Teilweise wohnen die Mitarbeiter/innen im Haus der Gruppe. Pädagogische Leitgedanken sind: kleine, entstigmatisierende, verlässliche Lebensgemeinschaften, überschaubare Lebensverhältnisse in normalen Wohngebieten, höchstmögliche Kontinuität im pädagogischen Alltag, Konstanz der Beziehungen, Verzicht auf einengende Festlegung zugunsten spezieller Therapieformen, stattdessen alltagsorientierte Beziehungsarbeit und die kreative Nutzung aller Möglichkeiten, dem Kind zu beschaffen, was es zur Überwindung seiner biographischen Belastungen und für seine gute Entwicklung braucht.


1977

Der „Vermittlungs- und Nachsorgedienst“ (VND) wird eingerichtet.

Seine beiden Aufgaben bestehen

1. in der Außenbetreuung (heute Betreutes Jugendwohnen genannt) der jungen Menschen aus den Wohngruppen, die rechtzeitig vor Beendigung der Jugendhilfemaßnahme bei ihrer Verselbständigung im eigenen Haushalt zu begleiten sind. Denn ansonsten wären sie nach Erreichung der von 21 auf 18 Jahre herabgesetzten Volljährigkeit, spätestens aber bei Abbruch oder Beendigung der zuvor begonnenen Ausbildung ohne zuvor erworbene Fähigkeiten zur eigenständigen Haushalts- und Lebensführung auf sich selbst gestellt. Das ist die Rechtslage des JWG.

2. im Aufbau eines Netzes Sozialtherapeutischer Erziehungsstellen, in denen Kinder und Jugendliche der Heimerziehung in Privathaushalten fachlich qualifizierter Menschen betreut werden und ein Zuhause finden können. Das bietet ihnen größere Verlässlichkeit, Kontinuität und Beziehungskonstanz als die Heimerziehung mit ihren Strukturschwächen des Schichtdienstes und des häufigen Wechselns der Bezugspersonen.


1978

"Mathilde"

Kinder sollen Hilfe frühzeitig und vor Ort erhalten. Das erspart ihnen, aus all ihren Bezügen gerissen und fernab untergebracht zu werden. Der Gedanke der milieuverbundenen Heimerziehung führt zum Kauf eines Hauses in der Mathildenstraße der Tübinger Südstadt mit Hilfe der Stiftung Deutsche Jugendmarke. Dies ist der Beginn der „Mathilde“ als „zweites Zuhause um die Ecke“, als „Haus für Kinder, Jugendliche und Familien“ im Sinne lebensfeldorientierter Jugendhilfe.

Werklehrer und Lehrerinfür Einzelunterricht erweitern die Möglichkeiten der gezielten Förderung.


1979

Ein Psychologe wird eingestellt.

Ein Anwesen in Nehren wird erworben. Dies ermöglicht einer der Wohngruppen den Umzug in geeignetere Verhältnisse, der Arbeit des Werklehrers eine gut ausgestattete Werkstatt und dem VND dringend benötigten Wohnraum für das selbständige Wohnen seiner Jugendlichen.


1982

Umbenennung in „Tübinger Jugendwohngruppen“

"weil unsere Kinder den Namen „Sozialtherapeutische Wohngruppen“ nicht mögen“.

In diesen Jahren entsteht auch die empirische Arbeit von Werner Freigang „Verlegen und Abschieben – zur Erziehungspraxis im Heim“, die sich kritisch mit der Praxis des Verlegens auseinandersetzt.


1982/1989

Martin Bonhoeffer

erleidet im Dezember 1982 einen Herzinfarkt von dem er bis zu seinem Tod am 5.4.1989 nicht wieder genesen wird.


1983/1990

Leitungswechsel

Der Vorstand betraut die Mitarbeiter/innen Mechthild Pech und Peter Schmid mit der Leitung der Einrichtung. Sie nehmen sie gemeinsam wahr, bis im Zuge einer umfassenden Strukturreform Peter Schmid 1990 die Gesamtleitung übernimmt.


1984/1985

Tagesgruppe im Lebensfeld

Änderung der Konzeption der „Mathilde“ vom vollstationären zum teilstationären Ansatz. Aufbau der Tagesgruppe im Lebensfeld mit 12 Plätzen. Die Besetzung mit vier Fachkräften ermöglicht ausreichende Binnendifferenzierung der pädagogischen Arbeit und stationäre Krisenunterbringung in der Tagesgruppe, wenn es im Elternhaus zu problematisch wird. Die immer noch lesenswerte empirische Studie von Matthias Moch „Familienergänzende Erziehungshilfe im Lebensfeld – eine Untersuchung an einem Modellprojekt“ aus dem Jahr 1990 bietet interessante Einblicke in die Entwicklungsjahre.


1985

VND und VBD

Der Aufgabenbereich Erziehungsstellen wird aus dem Vermittlungs- und Nachsorgedienst (VND) ausgegliedert. Fortan sind Werbung, Auswahl, Vermittlung der Kinder und Begleitung der gestifteten Lebensgemeinschaften Aufgabe des neuen Vermittlungs- und Beratungsdienstes (VBD). Die damit geschaffene Kapazität ermöglicht in den Folgejahren, dass bis zu 33 Kinder in solch privaten Haushalten leben können. Zusätzlich wird immer wieder die Begleitung einzelner Pflegestellen des Kreisjugendamtes geleistet.  

Der VND ist nun mit 16 Plätzen ausschließlich für die Betreuung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen des Betreuten Jugendwohnens zuständig. Später werden auch Leistungen der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) und die Entwicklung des Betreuten Jugendwohnens in Gemeinschaften erfolgen.


1987

Tagesgruppe Waldhäuser-Ost

Die erfolgreiche pädagogische Arbeit der „Mathilde“ im Tübinger Süden, veranlasst das Jugendamt, um den Aufbau einer Tagesgruppe im Lebensfeld Waldhäuser-Ost (Tübingen-Nord) zu bitten. Mangels geeigneter Räumlichkeiten wird sie zunächst in der 18. Etage eines Hochhauses eingerichtet, später mit 12 Plätzen in zwei verbundenen Erdgeschoßwohnungen im Weidenweg betrieben.


1989

Symposium zum Gedenken an Martin Bonhoeffer


1991

Umbenennung der Einrichtung in Martin-Bonhoeffer-Häuser

„Es besteht Einigkeit, dass wir Martin Bonhoeffer gerne die Ehre geben und auch selbst die Ehre haben möchten, nach ihm benannt zu sein“


1994

NaSe-Projekt

Nach Abzug des Französischen Militärs eignen sich die großen Wohnungen in den ehemaligen Kasernengebäuden – unrenoviert – als billiger Wohnraum. Im Wohnquartier Stuttgarter Straße leben nun ca. 120 Familien aus ca. 20 Nationalitäten in 6 Wohnblocks, insgesamt über 600 Bewohner/innen, davon rd. 230 Kinder im Alter von 0-18 Jahren. Kinderreiche Familien und Alleinerziehende sind überrepräsentiert. Mit Hilfe des Landeswohlfahrtsverbandes Württemberg-Hohenzollern wird in einer der Wohnungen das Projekt NaSe (Projekt zur Förderung nachbarschaftlicher Selbsthilfe) als niederschwellige Anlaufstelle eingerichtet. Das Projekt ist mit einer halben Stelle ausgestattet. Die Mitarbeiterin wird schnell zur allseits anerkannten helfenden Instanz im Quartier.


1994-2003

Aufbau der regionalen Jugendhilfestationen (JHS)

Der Sozialdezernent des Landkreises Dieter Rilling initiiert auf dem fachlichen Hintergrund der Intentionen von KJHG, 8. Jugendbericht und bereits vorhandenen Modellentwicklungen der beteiligten Träger die Planungsgruppe Jugendhilfestationen. Ziel ist die Versorgung des Landkreises mit einem flächendeckenden Netz ambulanter und teilstationärer Hilfen. Das fachliche Leitbild zeigt sich in den Begriffen „Lebensweltorientierung“, „Integration“, „Prävention“, „Partizipation“, „sozialräumliche Planung, Organisation und Vernetzung“, „Bedarfsgerechtigkeit“ und „Flexibilität“.

Die Martin-Bonhoeffer-Häuser übernehmen die Versorgungsbereiche Tübingen-Nord, Tübingen-Süd, Ammerbuch.


1995

Aufbau der Sozialen Gruppenarbeit der Jugendhilfestation-Süd

Nicht die Jungen und Mädchen müssen zu den Hilfen kommen, sondern umgekehrt. Der Standort des Projekts wird bewusst mit Fenster zum Hof im Erdgeschoss eines der Wohnblocks der Stuttgarter Straße gewählt. Schnell ist es völlig ausgelastet und teilweise überlastet. Der Bedarf der ausschließlich älteren Jugendlichen ist enorm. Auch Mädchen aus muslimischen Familien haben nun einen Platz. Aber es braucht zuvor große Anstrengungen, das Vertrauen ihrer Eltern zu gewinnen.

Aufbau der Sozialen Gruppenarbeit der Jugendhilfestation-Nord

Neben der Arbeit mit der „Teenie-Gruppe“ bleibt hier auch Raum für präventive Arbeit mit Kindern in der Grusl- (Grundschul)gruppe. Für den Baustein III, ein Angebot zur Hilfe im Übergang Schule-Beruf wird 1998 aufgestockt. 


1997

Mobiler Dienst für integrierte, flexible erzieherische Hilfen, JHS-Süd

Der Anspruchbedarfsgerechte Hilfeleistung steht gegen die Versäulung der Einzelfallhilfen in je spezielle Dienste für sozialpädagogische Familienhilfe, Intensive Sozialpädagogische Einzelfallhilfe, Erziehungsbeistandschaft und Betreutes Jugendwohnen mit je eigenen Bedingungen an die Klientel. Hilfe soll flexibel am individuellen Bedarf ausgerichtet werden. Auch bei Veränderungen des Bedarfs sind Kontinuität und Beziehungskonstanz in der Betreuung zu achten, Abbrüche und Weiterleitung deshalb zu vermeiden.

Die Aufgabe der integrierten und flexiblen Einzelfallhilfe im Tübinger Süden liegt von nun an in Händen des Mobilen Dienstes. Eine feste Kapazität ist nicht vorgesehen. Anspruch ist vielmehr allein, dem sich jeweils zeigenden Bedarf auch personell „maßgeschneidert“ gerecht zu werden. Das stellt hohe Anforderungen an die Personalentwicklung, vorhaltung und Einsatzplanung, an Arbeitszeit- und Zeitkontenmodelle, vor allem aber an Qualifikation und Flexibilität der Fachkräfte selbst.

Der MD-Süd startet in den Räumen des NaSe-Projekts mit einer Fachkraft und wird sich in den Folgejahren zu einem sehr umfangreichen und mit vielfältigen Aufgaben betrauten Dienst entwickeln.


1998

Beginn Mobiler Dienst, JHS-Nord

Die Kinder, Jugendlichen und Familien im Norden sollen nicht vom bereits im Süden eingerichteten Mobilen Dienst mitversorgt werden. Sozialraumorientierung bedeutet Präsenz, Einbindung, Bekannt-Sein und Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Auch hier wird mit einer Fachkraft begonnen, die im Lauf der Jahre drei Kolleginnen hinzubekommen wird.

Aufbau Mobiler Dienst der Jugendhilfestelle Ammerbuch

DieStrukturder aus 6 Ortschaften bestehenden Gemeinde stellt besondere Anforderungen an die Mobilität. Der Mangel an Beratungsräumen vor Ort erfordert die Anfahrt aus Tübingen und steht kontinuierlicher Präsenz im Sozialraum entgegen. Dies wird sich erst bessern, wenn 2001 ein Haus in der Entringer Paulinenstrasse von den Fachkräften des Mobilen Dienstes und ihren Kolleginnen als Jugendhilfestelle Ammerbuch in Betrieb genommen werden wird.

Bundesmodellprojekt Integra

Der Entwicklungsprozess der Jugendhilfestationen wird von 1998 bis 2003 unterstützt durch das Bundesmodellprojekt Integra, dem sich der Landkreis Tübingen anschließt. Der Landkreis ist im Rahmen des Bundesmodellprojekts einer von fünf Standorten. Das Projekt wird federführend von der IGfH (Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen) durchgeführt und aus Mitteln des Bundes finanziert.


1999

Mobiler Dienst an der Französischen Schule, JHS-Süd

Einzelfallbezogene Zusammenarbeit reicht angesichts der Dynamik der sozialen Entwicklung im Einzugsbereich der Grundschule nicht aus. Zwei Fachkräfte mit je einer halben Stelle leisten nun dauerhaft im Schulalltag sozialpädagogische Hilfe.

Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Vereins

Ein schönes Fest und mit spannenden Fachveranstaltungen. Eine Dokumentation mit vielen Berichten und Vorträgen steht als Druckversion zur Verfügung.


2000

Beginn der Frauengruppe, JHS-Süd 

Ein eigener Ort für Mütter ermöglicht Integration, Austausch, Beratung und gegenseitige Stärkung. Dieses Angebot im Vorfeld spezieller fallbezogener Erziehungshilfe leistet fortan mit geringem Aufwand (0,14 Fachkräfte) wertvolle Präventionsarbeit. 


2001

Jugendsozialarbeit an den Schulen Ammerbuchs

Landkreis, Städte und Gemeinden wollen Schulsozialarbeit an möglichst allen Hauptschulen ermöglichen und nutzen ein Förderprogramm des Landes zur diesbezüglichen Offensive. Die bisher schon intensive, aber nur am Einzelfall mögliche Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfestelle und den beiden Grund-Haupt- und Werkrealschulen kann nun durch Einstellung zweier Schulsozialarbeiter/innen mit je halber Stelle ein gutes Fundament erhalten. Das neue Angebot entlastet die Schulen und nimmt Druck von der Erziehungshilfe, denn Probleme von und mit Schüler/innen können nun frühzeitig in alltäglicher Kooperation von Schul- und Sozialpädagogik vor Ort angegangen werden. Bürger/innen aus Ammerbuch helfen ehrenamtlich mit. Umgekehrt unterstützt die Jugendhilfestelle Bürgerprojekte, wie die Kinderspielstadt „Los Ämmerles“

Soziale Gruppenarbeit Jugendhilfestelle Ammerbuch

Nicht jede Entwicklungsgefährdung muss mit intensiver Einzelhilfe oder Tagesgruppe beantwortet werden. Soziales Lernen und Wachsen in der Gruppe Gleichaltriger im Rahmen der Erziehungshilfe ist nun auch in Ammerbuch möglich. Zwei Fachkräfte (Teilzeit) und ehrenamtliche Helfer/innen bieten nun geschlechter- und altersdifferenzierte soziale Gruppenarbeit in Entringen, Altingen und an der Förderschule in Reusten an.

Gruppenarbeit an der Hügelschule, JHS-Süd

Zunehmend zeigenSchüler/innen der Grundschule Bedarf an erzieherischer Hilfe. Ein Gruppenangebot an der Schule soll ihnen zur Stabilisierung verhelfen, um stärker eingreifende Maßnahmen möglichst noch vermeiden zu können. Zwei Fachkräfte übernehmen diese Aufgabe der gezielten nachmittäglichen Betreuung und Förderung. Wo zusätzlich Unterstützung der Eltern erforderlich ist, werden Betreuungshelfer des Jugendamtes eingesetzt.

Angliederung Mutter-Kind-Projekt an NaSe

Im Sinne sozialräumlicher Strukturierung der Leistungen wird die Gruppenarbeit des beim Landkreis angesiedelten Mutter-Kind-Modells regionalisiert. Im Tübinger Süden kommt die Aufgabe dem Projekt Nachbarschaftliche Selbsthilfe zu.

Eröffnung der ISGA Pauli, JHS-Süd

Für den Bedarf einer beträchtlichen Anzahl hilfebedürftiger Kinder aus der Südstadt, wäre die Tagesgruppe zu betreuungsintensiv, die Möglichkeiten der Sozialen Gruppenarbeit jedoch nicht ausreichend. Deshalb wird die Intensive Soziale Gruppenarbeit (ISGA) konzipiert. Zwei Fachkräfte - Heilpädagogin und Sozialpädagoge – übernehmen die Aufgabe für 8 Kinder im Haus Paulinenstraße der Tübinger Südstadt. Mindestens eine Stunde Elternarbeit pro Monat ist für die Mütter und Väter verpflichtend. Die Kinder kommen drei Nachmittage  pro Woche, geöffnet sind vier Tage, damit differenziert – z.B. auch in Form der Einzelbetreuung - gearbeitet werden kann.

Projekt Zebra in Ammerbuch-Altingen

An der Grund-, Haupt- und Werkrealschule in Ammerbuch-Altingen entsteht mit Hilfe der Landesstiftung ein Projekt zur Förderung vielseitiger Qualifikationen der Schüler/innen. In unterschiedlichen Kursen werden ihnen praktische Fähigkeiten fürs Leben und zur Erhöhung ihrer späteren beruflichen Chancen vermittelt. Die Martin-Bonhoeffer-Häuser übernehmen Anstellung und Fachberatung der Pädagogischen Fachkraft für die Projektdauer. Leider findet das Projekt nach Ende der Förderzeit keine Fortsetzung in der Gemeinde.


2002

Stärkung der präventiven Arbeit durch Ermöglichung der fallübergreifenden Leistungen

Präventive Jugendhilfe darf nicht erst tätig werden, wenn Erziehungshilfebedarf schon eingetreten ist. Der Landkreis ermöglicht fallübergreifende Leistungen im Umfang von 5 Prozent des fallbezogenen Budgets. Eine Vielzahl von Projekten und Aktionen unter Beteiligung bürgerschaftlicher Engagements entsteht. Als Leitbild dient § 1, Abs. 3, Satz 4 SGB VIII.

Mobiler Dienst an der Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost

Auch an der Grundschule im Norden zeigt sich, dass allein fallbezogene Zusammenarbeit nicht ausreicht. Eine Fachkraft mit halber Stelle geht vor Ort.


2003-2006

Ringen um den Erhalt der Hilfestrukturen und Rückbau

Der Landkreis Tübingen hat sich mit seiner im Sinne des KJHG und des achten Jugendberichts vorbildlichen und bundesweit beachteten Jugendhilfeentwicklung übernommen. Zunächst müssen die gerade erst durch den neuen Finanzierungsrahmen möglich gewordenen fallübergreifenden Leistungen wieder eingestellt werden - ohne, dass sie richtig zum Tragen kommen konnten. Politischer Enttäuschung über im Gesamtetat ausbleibende Amortisation der Investition in präventive, niederschwellige Jugendhilfe folgt zunehmend die Orientierung am Aufwand anderer Landkreise. Dies führt zum Kapazitätsrückbau bei Sozialer Gruppenarbeit und Tagesgruppe sowie zum Paradigmenwechsel im Sinne der stärkeren Ausrichtung auf das „Kerngeschäft“ der Erziehungshilfe. Die Hilfemöglichkeiten der Martin-Bonhoeffer-Häuser trifft dies mit Reduzierungen der Tagesgruppe-Nord (50%), der Sozialen Gruppenarbeit-Nord (40%), der Sozialen Gruppenarbeit-Ammerbuch (25%), des Mobilen Dienstes an der Französischen Schule (50%) und des Mobilen Dienstes an der Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost (100%).


2006

Plötzlicher Tod von Peter Schmid

am 9.10.2006 kurz vor dem geplanten Eintritt in den Ruhestand. Gerade erst wurde der Nachfolger in der Einrichtungsleitung bestimmt.

Kommissarische Leitung der Einrichtung durch Heinz Henes.


2007

Matthias Hamberger übernimmt am 1.5.2007 die Leitung.

Erweiterung Schulsozialarbeit

Der Mobile Dienst an der französischen Schule wird mit einer 50%-Stelle unter dem neuen Titel Schulsozialarbeit weitergeführt. Die Finanzierung teilen sich künftig die Stadt mit 75% und der Landkreis mit 25% der Kosten. Gleiches gilt für die 50%-Stelle der Schulsozialarbeit an der Grundschule WHO/Winkelwiese.


2008

Weiterentwicklung und Profilierung der sozialtherapeutischen Wohngruppen

durch eine Vielzahl an pädagogischen Zusatzangeboten im Einzelfall oder Gruppenübergreifend. Z.B. heilpädagogisches Reiten, erlebnispädagogische Zusatzleistungen, Rückfallpräventionstraining für jugendliche Sexualstraftäter. Die individuellen Zusatzleistungen ergänzen die Gruppenpädagogik.

Konzeptionelle Entwickungen:

1. Konzeptüberlegungen für ein flexibleres und eng mit den ambulanten Leistungen verbundenes stationäres Angebot werden aufgenommen.

2. Die Soziale Gruppenarbeit an der Hügelschule zieht in die neuen Räume der ehemaligen Hausmeisterwohnung auf dem Schulgelände. Mit im Haus ist ein Büro für den Mobilen Dienst.

3. Beteiligung am Landesprojekt Wiko - wirkungsorientierte Formen der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.

Der VBD erweitert Schritt für Schritt seine Kapazitäten.

Ende 2008 wurden 40 Kinder und Jugendliche in Erziehungsstellen begleitet.


2009

Aufgabe der Anlaufstelle des BJW in der Kronenstraße

Aufgrund der weiter rückgängigen Anfrage für die Leistungen des Betreuten Jugendwohnens erfolgt die Auflösung des traditionsreichen Arbeitsbereichs des VND und die Integration der Mitarbeiter und des Angebots in die Mobilen Dienste. Das Büro in der Kronenstraße in der Tübinger Innenstadt - über viele Jahre Anlaufstelle für Jugendliche auf dem Weg zur Verselbstständigung - wird aufgegeben.

Leistungsabbau

In Folge der landkreisweiten Qualitätsoffensive Soziale Gruppenarbeit, erfolgt eine weitere Reduzierung des Leistungsangebots im Tübinger Süden um eine 50%-Stelle und der Wegfall punktueller Unterstützung der Gruppenarbeit durch Betreuungshelfer des Landkreises.

Von der Mathilde zu "Fips"

Gravierender noch trifft es die langjährige Arbeit der "Mathilde". Der Landkreis fordert die Reduzierung von 12 auf 6 Tagesgruppenplätze. Zur Begründung dient die fortschreitende Ganztagsschulentwicklung, in deren Folge eine flexiblere Betreuungsstruktur nötig wird. Der Umbau der Tagesgruppenplätze in ein weiteres Angebot der ISGA (Intensive Soziale Gruppenarbeit) soll die Bedarfe besser abdecken. Das sich im Aufbau befindende neue teil- und stationäre Projekt "Fips" muss unter anderen als geplanten Vorzeichen starten. "Fips" steht als Kürzel für familienintegratives Projekt und knüpft in seiner Ausrichtung an die Ursprungsidee der Mathilde an. Tagesgruppe und Wohngruppe in einem Haus, ein Team und Möglichkeiten der differenzierten Gestaltung der Tagesstruktur. Das sanierungsbedürfte Haus Mathildenstraße 5 wird verkauft und im Herbst 2009 erfolgt der Umzug und Neustart im Haus der ehemaligen Jugendhilfestation und für Fips umgebauten Paulinenstraße 1.

Räumliche Veränderungen in der Südstadt

Mit diesem Umzug sind viele andere räumliche Veränderungen in der Tübinger Südstadt verbunden. Viele Teams und Angebote finden eine Interimsbleibe in den Wohnblocks der Stuttgarterstraße (SGA, Nase, MDs, Pauli-Gruppe, BL und Verwaltung), bis dann in 2010 weitere Umzüge anstehen.

......neue Elemente in unserer Arbeit

Als neue Angebote ergänzen Kunsttherapie (vor allem für die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppen) und Video-Home-Training das Leistungsspektrum der Einrichtung.

Eine neue Form der bereichsübergreifenden Reflexion und Vernetzung wird mit der „Fallwerkstatt“ eingeführt. In unregelmäßigen Abständen geben KollegInnen Einblicke in die laufende Fallarbeit und deren Herausforderungen.


2010

Start der Intensiven Sozialen Gruppenarbeit ISGA

für 6 Jugendliche in den neu sanierten Räumen der ehemaligen Wohnung der Nase Ecke Galgenberg/Stuttgarterstraße. Zwei KollegInnen sind Ansprechpartner für die Jugendlichen

Bezug der neuen Geschäftsstelle am Lorettoplatz 30

Im April erfolgt der Einzug der Geschäftsstelle und weiterer pädagogischer Angebote in das über ein Jahr sanierte und umgebaute ehemalige Kasernengebäude am Lorettoplatz 30. Um den Kauf und die Sanierung zu finanzieren wird die ehemalige Geschäftsstelle in der Gartenstraße 131 verkauft. Der Abschied weckt viele Erinnerungen, der Einzug in die schönen großen Räume am Lorettoplatz schafft neue Entwicklungsmöglichkeiten. Der Einzug wird mit einem schönen Mitarbeiterfest gefeiert, im Juli erfolgt die offizielle Einweihung der neuen Räume mit einem Tag der offenen Tür und vielen Gästen.

Der VBD feiert 25 Jahre!

Mit einem Fachtag und einem Fest für alle ehemaligen und aktuellen Erziehungsstellenfamilien und Kinder wird dieses Jubiläum gebührend gefeiert.

Start des ESF geförderten Projektes ERIS - Erfolgschancen in der Sozialwirtschaft,

an dem wir uns zusammen mit zwei paritätischen Einrichtungen der Region beworben haben. Ziel des Projekts ist es über drei Jahre ein Programm zum beruflichen Einstieg und zur Qualifizierung von Nachwuchskräften in der Sozialen Arbeit zu entwickeln, zu erproben und dauerhaft in den Einrichtungen zu implementieren. Das Thema Fachkräftemangel und demographischer Wandel wird damit frühzeitig aufgenommen.

Stadtteiltreff WHO

Die Martin-Bonhoeffer-Häuser sind Gründungsmitglied des Vereins Stadtteiltreff WHO. Ende des Jahres startet ein Statteilcafe auf Waldhäuser-Ost, das wir in seiner Arbeit nach Kräften unterstützen und damit unsere Gemeinwesenaktivitäten im Tübinger Norden sinnvoll erweitern.

Weiterqualifizierung unserer Arbeit

Für die MitarbeiterInnen der Wohngruppen startet die dreijährige Inhouse-Weiterbildung Traumapädagogik in Zusammenarbeit mit dem Institut für Traumapädagogik in Hanau (Jacob Bausum und Wilma Weiß). Alle hauptamtlichen Kräfte der Wohngruppen nehmen gemeinsam daran teil.

Vorwürfe gegen Martin Bonhoeffer

Das Ende des Jahres wird überschattet von Vorwürfen gegen die Person Martin Bonhoeffers, die in einem Stern-Artikel geäußert werden. Martin Bonhoeffer habe 1976 einen ehemaligen Schüler der Odenwaldschule sexuell belästigt.


2011

„Pia vor Ort“

Kooperationsvereinbarung mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen in Form einer 14-tägigen Sprechstunde der Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche aus unseren Angeboten. Die Sprechstunde findet in den Räumen am Lorettoplatz 30 statt. Wir reagieren damit auf die Problembelastungen der Jugendlichen ohne unser Konzept einer alltagsorientierten Wohngruppenarbeit aufzugeben.

Bürgertreff/Nase

Der Tübinger Gemeinderat hat schon 2010 die Errichtung eines Bürgertreffs im Quartier der Stuttgarterstraße beschlossen. Die Nase soll in direkter Hausgemeinschaft ihren Platz finden und wird ihre Arbeit neu ausrichten und weiterentwickeln. Die Martin-Bonhoeffer-Häuser sind von der Stadt mit der Koordination des Bürgertreffs beauftragt. Im Mai findet im Rahmen des Tübinger Tags der Familie ein schönes und gut besuchtes Eröffnungsfest statt.

Trägerschaft Schulsozialarbeit an der Grundschule Hechinger Eck

Der Tübinger Gemeinderat beauftragt die Martin-Bonhoeffer-Häuser mit dem Aufbau der Schulsozialarbeit an der Ganztagsgrundschule Hechinger Eck und Ludwig-Krapf-Schule.

Überarbeitung der Vereinssatzung und Änderung der Organisationsstruktur des Vereins

Am 30.9.2011 wurde von der Mitgliederversammlung eine neue Vereinssatzung beschlossen. Zukünftig werden die Geschicke des Vereins durch einen hauptamtlichen Vorstand geleitet, der in seiner Arbeit durch das Kuratorium kontrolliert und beraten wird. Dr. Matthias Hamberger wurde als Vorstand eingesetzt. Dem Kuratorium gehören zukünftig Prof.Dr. Hans Thiersch, Dr. Anne Frommann, Prof.Dr. Michael Günter und Prof.Dr. Rainer Treptow an.

Kooperationsprojekt "Grundschule macht stark" startet mit fünf Schulen in Tübingen, Ammerbuch und Gäufelden

In Kooperation mit der evangelischen Fachhochschule in Freiburg (Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff) entwickeln und erproben wir mit fünf Grundschulen aus der Region ein Curriculum zur Resilienzförderung. Das Projekt wird für drei Jahre (2011 bis 2013) durch die Baden-Württemberg Stiftung finanziell unterstützt.


2012

Am 20.2.2012 stirbt Reinhart Lempp, einer der Gründungsväter des Vereins

Ohne seine stützende und in den Anfangsjahren des Vereins auch schützende Hand würde es unsere Einrichtung heute so wahrscheinlich nicht geben. Er gründete 1974 zusammen mit Freunden und Fachkollegen den Tübinger Verein für Sozialtherapie bei Kindern und Jugendlichen.  In den Jahren 1974 bis 1989 war er dessen langjähriger Vorstandsvorsitzender und stand mit Rat und Tat der Einrichtung zur Seite. Seine große menschliche und fachliche Verbundenheit, die auch noch in den letzten Jahren seines Ruhestand spürbar war, wird uns allen fehlen.

Fachtagung Kooperation Jugendhilfe und Schule ein voller Erfolg

Im Rahmen des Kooperationsprojektes "Gemischtes Doppel" findet an der Grundschule Waldhäuser Ost/Winkelwiese ein viel beachteter und gut besuchter Fachtag statt.

Medienscouts - ein Peer-to-Peer-Projekt in Zusammenarbeit mit der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg gestartet

Ein neues Peer-to-Peer- Angebot der Aktion Jugendschutz (ajs) an der Schnittstelle von Medienpädagogik und Gewaltprävention startet in diesem Jahr in unserer Einrichtung. In fünf Modulen arbeiten die Fachreferenten der ajs mit acht Jugendlichen aus unseren Gruppenangeboten zu den Themen Internet- und Handynutzung, Gewalt sowie Rolle und Aufgaben von Medienscouts. Nach der Ausbildung sind die jugendlichen Medienscouts selbst Ansprechpartner für medienbezogene Fragestellungen in unserer Einrichtung, Schulen und Stadtteil. In drei tollen Projekten wurden von den Jugendlichen ihr Wissen und ihre Erfahrungen über Medien an andere weitergegeben und mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Aufbau der Schulsozialarbeit an der Grund- und Werkrealschule Gäufelden

Die Gemeinde Gäufelden beauftragt die Martin-Bonhoeffer-Häuser mit dem Aufbau einer neuen Stelle Schulsozialarbeit in Nebringen. Der Kollege ist ins Team der Schulsozialarbeiter der Jugendhilfestelle Ammerbuch/Gäufelden eingebunden.

Fachtagung Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe

In Kooperation mit dem DPWV und der IGfH Regionalgruppe Baden-Württemberg findet im Juli 2012 eine interessante Diskussion mit Prof. Dr. Urban-Stahl aus Berlin und vielen regionalen FachkollegInnen statt.

Neue Landesförderung führt zur Erweiterung der Schulsozialarbeit

In der Stadt Tübingen kommt es nach Beschluss des Gemeinderats zu einer Stellenerweiterung in Trägerschaft der Martin-Bonhoeffer-Häuser von 1,5 Vollkraftstellen an drei Schulen auf ingesamt 3 Vollkraftstellen. Neben der Grundschule Waldhäuser-Ost/Winkelwiese, der Grundschule Hechinger Eck/Ludwig-Kraft-Schule und der Französischen Schule sind wir zukünftig auch an der Geschwister-Scholl Schule beauftragt. In der Gemeinde Ammerbuch erfolgt der Stellenausbau von 1 Vollkraftstelle auf insgesamt 1,4 Vollkraftstellen.

Kleine Schritte in Richtung integrativer HzE-Konzepte an den Schulen

In Ergänzung zur Schulsozialarbeit erweitern sich die Teams ab dem Schuljahr 2012/2013 an jeder unserer Kooperationsschulen um Angebote der Sozialen Gruppenarbeit, so dass an jeder Schule zukünftig 2-4 KollegInnen in einem Fachteam zusammenarbeiten.

Mitgliederversammlung verabschiedet das langjährige Vorstands- und Kuratoriumsmitglied Dr. Anne Frommann und wählt das neue Kuratorium

Zukünftig gehören dem Kuratorium neben Prof. Dr. Hans Thiersch, Prof. Dr. Rainer Treptow und Prof. Dr. Michael Günter noch Prof. Dr. Petra Bauer, Dr. Elke Steinbacher-Grunwald und Prof. Dr. Klaus Grunwald an.

Abschlusstagung der dreijährigen Inhouse-Weiterbildung "Sozialpädagogische Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der Erziehungshilfe"

Mit einem Fachtag und der Vorstellung der Arbeitsergebnisse endet die erfolgreiche dreijährige Inhouse-Weiterbildung. 20 KollegInnen erhalten das Weiterbildungszertifikat "Fachberater Traumapädagogik".


 

2013

Inhouse-Projekt Sexuelle Bildung in unseren Gruppenangeboten gestartet

Wichtiges Ziel für das Projekt ist, dass wir das Thema Sexualität bewusster in unseren Alltag und Konzepte integrieren: Welche Haltungen und Kompetenzen sind bei den Fachkräften gefordert? Wie gelingt es, unsere Sprachfähigkeit bei diesem Thema zu verbessern? Wo gibt es Lücken, Schwachstellen und Handlungsbedarf? Das Projekt wird extern durch Sowit e.V. begleitet und setzt bei der Sensibilisierung und Qualifizierung der Fachkräfte an. In sechs Fortbildungsmodulen, die sich über einen Zeitraum von knapp eineinhalb Jahren (Januar 2013 bis April 2014) verteilen, erhalten Fachkräfte und Teams, neben einigem Fachwissen auch praktische Anregung sowie Beratung und Unterstützung bei der konzeptionellen Weiterentwicklung ihrer sexualpädagogischen Arbeit. 

Kauf des ehemaligen Pflegeheims in Kilchberg

Nach längerer Suche konnten wir eine passende Standortalternative für unsere Wohngruppe Gartenstraße 129 finden. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten für die Wohngruppe in Kilchberg starten im Herbst. Bis zum Einzug im Mai 2014 ist noch viel zu tun: Konzeption, Entgeltverhandlungen, Ausstattung, Teamzusammensetzung…….. Das neue Haus bietet Platz für zwei weitere Jugendliche. Dadurch, dass das Gebäude barrierefrei errichtet wurde, bietet es zudem die Möglichkeit auch für Kinder und Jugendliche, die z.B. auf einen Rollstuhl angewiesen sind, in der Gemeinschaft aufgenommen zu werden.

Zweitägige Exkursionen im Juli

In den Mitarbeitertagen der letzten Jahre stand stärker das „Innenleben“ unserer Einrichtung im Vordergrund, in diesem Jahr schauten wir über den Tellerrand hinaus. Wir haben dafür kleinere Exkursionen zu anderen Einrichtungen und Projekten durchgeführt und überaus spannende Eindrücke mitgenommen.  

Weiterbildung Systemische Handlungskonzepte

Die Qualifizierung unserer MitarbeiterInnen ist uns ein wichtiges Anliegen. In diesem Jahr starten wir mit den ersten Bausteinen für eine 3-jährige Weiterbildung zum/zur Systemischen Berater/in. Die Weiterbildung wird vom neu gegründeten Systmischen Institut Tübingen begleitet.

Vermehrt Aufnahmen von Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Auch in den zurückliegenden Monaten kamen in unseren Wohngruppen wieder „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ an. In den Gruppen finden sie einen guten Platz und einen sicheren Ort. Für das Zusammenleben in den Jugendwohngruppen sind die Jugendlichen eine Bereicherung. Für uns ist diese Arbeit eine wichtige Aufgabe in einer globalen Welt.

Neues Team "jumbb" nimmt seine Arbeit auf

Im September startete das neue Team am Lorettoplatz 24 - in Räumen schräg gegenüber unserer Geschäftsstelle. "jumbb" - steht für Junge Menschen beraten und begleiten. Das Team ist Anlaufstelle für Jugendliche auf dem Weg in die Selbstständigkeit und begleitet vornehmlich Jugendliche im Rahmen des Betreuten Jugendwohnen oder der Betreuungshilfe.

Aufbau Schulsozialarbeit Grundschule auf der Wanne

Die Stadt Tübingen beauftragt uns mit der Einrichtung der neuen Stelle Schulsozialarbeit an der Grundschule auf der Wanne. Damit sind wir mit der Schulsozialarbeit an allen Schulen der Tübingern Nordstadt vertreten.


2014

"Vielfalt verbindet" - Menschen, Fotos und Geschichten aus dem Tübinger Süden

Reger Andrang herrschte im Februar bei der Ausstellungseröffnung in den Räumen der Stadtwerke Tübingen. Die Portraits erzählen vielfältige Geschichten von Menschen aus Tübingen und zeigen in beeindruckender Weise die Buntheit der Stadt und ihrer Bewohner. Die Ausstellung entstand im Rahmen der Arbeit des Bürgertreffs/NaSe und wandert über ein halbes Jahr durch öffentliche Räume der Tübinger Südstadt.

Der Verein feiert sein 40-jähriges Bestehen

Mehrere dezentrale Fachveranstaltungen bilden über das Jahr verteilt den roten Faden durch das Jubiläumsjahr und berichten von den Themen, aktuellen fachlichen Herausforderungen und geben Einblick in die Arbeit unseres Vereins. Krönender Abschluss bildet der Fachtag und ein rauschendes Fest im September 2014.

Rechtebuch für Kinder und Jugendliche veröffentlicht

Kinder und Jugendliche unserer Einrichtung präsentieren stolz und selbstbewusst ihre druckfrische Rechtebroschüre der Öffentlichkeit. Die Arbeit ist damit aber noch längst nicht abgeschlossen, denn wer seine Rechte kennt, braucht auch Möglichkeiten diese einzuklagen oder sich zu beschweren, wenn es mal anders läuft. Deshalb werden wir uns in den nächsten Monaten weiter damit beschäftigen und nach Formen suchen, wie die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen in unserer Einrichtung weiter entwickelt und gestärkt werden kann.

Umzug der Wohngruppe Gartenstraße nach Kilchberg

Nach den umfänglichen Sanierungs- und Umbauarbeiten erfolgt der Umzug der Wohngruppe kurz vor der Sommerpause nach Kilchberg. Die Jugendlichen fühlen sich schnell in den hell und großzügig gestalteten Räumen wohl. Mit ins Haus zieht eine betreute Wohngemeinschaft von drei jungen Erwachsenen, die durch die Lebenshilfe in unterschiedlicher Form Assistenz erhalten.

Schließung der Tagesgruppe auf WHO und Umbau der Kapazitäten

Von 1987 bis 2014 – also über 25 Jahre bot die Tagesgruppe im Weidenweg 14 für sehr viele Kinder, Jugendliche und Familien aus der Tübinger Nordstadt einen verlässlichen Anlaufpunkt. Die fortschreitende Ganztagsschulentwicklung, veränderte Rahmenbedingungen und demographische Entwicklungen im Quartier legen die Schließung des Angebots nahe.

Abschluss des Projekts "Grundschule macht stark"

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule in Freiburg durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. An den fünf von uns begleiteten Grundschulen ist das Thema Resilienzförderung verbindlich in die schulischen Abläufe integriert und fester Bestandteil der pädagogischen Grundorientierungen der Schulen.

Projekt BUS - Aufbau eines tragfähigen Beratungs- und Unterstützungssystems an Grundschulen startet mit externer Begleitung

Für die nächsten 3 Jahre fördert der KVJS im Rahmen der Modellförderung Jugendhilfe unser Projekt BUS. Dabei geht es um den weiteren Aufbau und Ausbau tragfähiger Beratungs- und Unterstützungsstrukturen an den drei beteiligten Grundschulen in der Tübinger Südstadt. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung der multiprofessionellen Zusammenarbeit aller an den Schulen tätigen Fachkräfte aus den Systemen Jugendhilfe, Sonderpädagogik/Inklusion, Betreuung und Bildung.

Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Stuttgarter Straße

Nach über acht Jahren Sanierung ruhen seit Mitte des Jahres die Baumaschinen im einst unter dem Namen „Stuttgarter Straße“ bekannten Quartier. Im Quartier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Rund um die Innenhöfe wohnen heute über 500 Menschen in neuen Gebäuden und neuen Nachbarschaften. Viele MitarbeiterInnen der Martin-Bonhoeffer-Häuser haben über die Jahre die Entwicklungen mit bestimmt und waren Sprachrohr für die Anliegen der BewohnerInnen. Mit dem 3-Höfe-Fest findet die erfolgreiche Arbeit des Begleitkreises einen würdigen Abschluss.

Hans Thiersch verabschiedet sich altershalber als Kuratoriumsvorsitzender

Nach 40 Jahren aktiver Mitarbeit im Vorstand des Vereins und später im Kuratorium wird Prof. Dr. Hans Thiersch bei der Mitgliederversammlung 2014 aus diesen Ämtern verabschiedet. Er war neben Reinhart Lempp und Anne Frommann Gründungsmitglied des Vereins und hat die Arbeit des Vereins über all die Jahre tatkräftig unterstützt. Wir freuen uns über die weiterhin aktive Mitgliedschaft im Verein und der Mitgliederversammlung.


2015

Gemeindejugendreferat Gäufelden

Neben der Schulsozialarbeit wird ab Januar die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gäufelden auch im Gemeindejugendreferat verstärkt. Die Gemeinde beauftragt die Martin-Bonhoeffer-Häuser mit 60% im Tandem mit der Mitarbeiterin der Gemeinde die Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit in den nächsten Jahren umzusetzen.

Eröffnung unserer Fahrradwerkstatt "Gepäckträger"

Zusammen mit Jugendlichen und einer engagierten Gruppe von Freiwilligen wurde Ende April unsere Fahrradwerkstatt "Gepäck-Träger" in der Tübinger Nordstadt feierlich eröffnet. Mit dem "Gepäck-Träger" wird zukünftig ein sehr nützliches Angebot mit und für BewohnerInnen der Tübinger Nordstadt auf die Beine gestellt und ein weiterer Begegnungsort im Stadtteil geschaffen. Die Werkstatt kann dank großzügiger Spenden und einer zweijährigen Förderung durch die Glücksspirale an den Start gehen.

Mobile Dienst rücken zusammen

Bislang konnten die Mobilen Dienste von drei Standorten in der Stadt Tübingen aus ihre Aufgaben wahrnehmen. Die sozialräumliche Organisation der Mobilen Dienste wurde aber in den letzten Jahren immer komplexer, die Flexibilität in der Fallbeauftragung nahm zu. Wir reagieren darauf mit der Ansiedlung der KollegInnen in einer zukünftig sehr zentralen, verkehrstechnisch guten und in unmittelbarer Nähe zu unserer Geschäftsstelle gelegenen gemeinsamen Büroeinheit in der Katharinenstraße. Die Neuorganisation ist auch dem Umstand geschuldet, dass mit der in 2016 startenden „Beratungsoffensive“ des Landkreises die Stellenkapazitäten der Mobilen Dienste reduziert werden.

Umzug der Kinderwohngruppe nach Dußlingen

Das Projekt „FiPs“ - als gemeinsames Angebot von Wohn- und Tagesgruppe in einem Haus - beendet zum Sommer seine Arbeit. Die Kinderwohngruppe zieht in das neu erworbene und umgebaute Haus nach Dußlingen. Die Tagesgruppe wird zukünftig wieder getrennt für sechs Kinder und Jugendliche im Tübinger Stadtgebiet ein tagesstrukturierendes Angebot bereitstellen. Die Kinderwohngruppe in Dußlingen wird auch weiterhin einen Schwerpunkt auf die enge Zusammenarbeit mit den Eltern legen. Wichtiges Ziel ist es, mit den Familien auf eine Rückkehr des Kindes in die Familien hinzuarbeiten.

Gesellschaftliche Herausforderung Flucht - Verantwortung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Bis Jahresende leben 28 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in unseren Wohngruppen oder werden im Rahmen des Betreutes Jugendwohnens von uns begleitet. Nachdem wir in den letzten Jahren vor allem mit der integrativen Unterbringung der jungen Flüchtlinge positive und im Hinblick auf die Integrationsperspektiven gute Erfahrungen sammeln konnten, ist es in 2015 aufgrund der steigenden Zuweisungszahlen notwendig in kürzester Zeit neue Wohnformen aufzubauen. Neben dem Aufbau einer neuen Wohngruppen für acht jugendliche Flüchtlinge in der Paulinenstraße (September 2015), startet die Suche nach und die Qualifizierung von Erziehungsstellen für die Aufnahme von UMFs. Im November finden die ersten Vermittlungen in Erziehungsstellen statt. Zwei neue Jugendwohngemeinschaften, gehen mit vier Plätzen in der Albrechtstraße und mit drei Plätzen im Weißdornweg an den Start. Dank der großzügigen Unterstützung der Bürgerstiftung Tübingen können wir mit dem Aufbau eines Pools von ehrenamtlichen Begleitern bzw. „Paten“ beginnen. Die Paten werden von uns begleitet und qualifiziert und erfahren durch eine Mitarbeiterin den nötigen Rückhalt.

Erweiterung der Kapazitäten Schulsozialarbeit und Bürgertreff/NaSe

Nach Beschluss des Tübinger Gemeinderats können die Stellenkapazitäten Schulsozialarbeit an der Geschwister-Scholl-Schule, an der Steinlachschule und die Stadtteilarbeit im Bürgertreff/Nase erweitert werden. Fortan soll damit u.a. auch die Gemeinwesenarbeit rund um den Bürgertreff und die Weiterentwicklung zu einem Stadtteil- und Familienzentrum gestärkt werden. Desweiteren startet an der Walter-Erbe-Realschule ab Herbst ein Angebot der Sozialen Gruppenarbeit.

Zuschlag für die Teilnahme am Bundesprogramm "Engagierte Stadt"

Zusammen mit der Gemeinde Ammerbuch sind die Martin-Bonhoeffer-Häuser Teilnehmer im Programm „Engagierte Stadt“. Damit zählt unser Projekt zu den 50 ausgewählten Orten in Deutschland, in denen das bürgerschaftliche Engagement in den kommenden drei Jahren eine ganz besondere Rolle spielen wird. Im Rahmen des Projektes stehen Ressourcen für den Aufbau einer lokalen Kontakt- und Anlaufstelle für Vernetzung und zur Stützung der vielfältigen Engagementformen in Ammerbuch zur Verfügung.

2016

Landesweites Care-Leaver-Netzwerkprojekt geht im Januar 2016 an den Start

Die Martin-Bonhoeffer-Häuser und das Albert-Schweitzer-Kinderdorf, Waldenburg haben die Förderzusage der Aktion Mensch für ihr Kooperationsprojekt „Wege in die Selbständigkeit - ein Netzwerkprojekt für Care Leaver in Baden-Württemberg“ erhalten. Durch die Projektförderung stehen beiden Trägern Ressourcen zur Verfügung, um in den nächsten drei Jahren im Netzwerk mit Care Leavern, den beiden Einrichtungen sowie weiteren Partnern in Baden-Württemberg das Thema Leaving Care intensiv zu bearbeiten, konzeptionell voranzubringen, Ideen auszuprobieren, Gute Praxis sichtbar zu machen und nicht zuletzt auch regional Lobbyarbeit für Care Leaver zu machen.