Für welche Kinder sind Erziehungsstellen geeignet?

Das Angebot der sozialtherapeutischen Erziehungsstellen richtet sich an Kinder und Jugendliche, welche durch besonders schwierige Lebensumstände nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Aufgrund von psychischer Erkrankung, Suchtproblematik, mangelnder Ressourcen oder eigener leidvoller Bindungserfahrungen sind die leiblichen Eltern selbst nicht in der Lage, den Bedürfnissen ihrer Kinder nach Sicherheit, Schutz und Anregung zu entsprechen.

Kommen die Kinder oder Jugendlichen in Erziehungsstellen, so haben sie zum Teil über Jahre hinweg Vernachlässigung, Misshandlung oder emotionalen Missbrauch erlebt und dadurch Verhaltensweisen entwickelt, welche von außen nur schwer verstehbar sind. Misstrauen, unvermittelte aggressive Ausbrüche, tagelanger emotionaler Rückzug, Kontrollverlust oder Flucht bei subjektiv erlebter Überforderung sind Beispiele für Verhaltensauffälligkeiten, welche einen professionellen Umgang mit und Zugang zu den Kindern und Jugendlichen erforderlich machen.

Aufgrund ihrer zerstörerischen Bindungserfahrungen und Traumatisierungen brauchen diese Kinder und Jugendlichen Sicherheit, Zuneigung, Ermutigung und positive Begrenzung. Das Aufwachsen in einer neuen Familie soll ihnen alternative Erfahrungen mit Bindungen und Beziehungen sowie einen verlässlichen Rahmen in einem geregelten Alltag ermöglichen.