Projekt "Mutige Kinder" in Ammerbuch

Armut in Familien hat viele unterschiedliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder: Sorgen der Eltern, die den Alltag der Kinder beeinflussen, weniger Kultur und Bildungsangebote in der Freizeit und ungesunde Lebensweisen sind nur einzelne Stichworte. Auch in Ammerbuch gibt es Familien mit wenig Geld. Im ländlichen Raum ist Armut häufig wenig sichtbar, Hilfe- und Beratungsangebote sind häufig weniger bekannt.

Der Thementisch „Kinder und Jugendliche in Ammerbuch“, ein Zusammenschluss verschiedener Menschen aus dem Gemeinwesen, sozialen Einrichtungen und der Kommune, hat sich seit 2017 mit dem Thema Kinderarmut auseinandergesetzt und die Bedarfe vor Ort gesammelt und nach gemeinsamen Lösungsansätzen gesucht. Um Ressourcen für die Umsetzung der Ideen zu erhalten, wurde ein Projektantrag bei der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg gestellt. Seither gibt es die zwanzig prozentige Projektstelle „MuKi – mutige Kinder Ammerbuch – Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder und Jugendliche“.

In enger Kooperation mit den Partnerinnen und Partner des Thementischs verfolgt das MuKi-Projekt folgende Ansätze:
Zum einem entwickeln wir gemeinsam mit Partnern vor Ort besondere, kostenfreie Freizeitangebote in den Ferien. Die meisten Angebote finden in Kooperation mit der Schulsozialarbeit, Kindergärten, Schulen und Vereinen in der Nachbarschaft statt und können von den Kindern zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden. Für besondere Aktivitäten nutzen wir regionale Angebote. In Kletter- und Schwimmkursen sowie bei einer Kinderzeitungsredaktion erlernen Kinder neue Fähigkeiten und werden durch eigene Erfolgserlebnisse gestärkt.
Außerdem setzen wir uns politisch dafür ein, vor Ort Vergünstigungen für finanziell benachteiligte Familien zu erreichen. Dazu informieren wir über die Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung der Kinder und werben um Verbündete, die sich gemeinsam mit uns für Chancengleichheit einsetzen: in Vereinen, in Organisationen und kommunalen Angeboten wie Schwimmbädern und Ferienangeboten. Informationsstände auf Märkten und bei Festen sind Teil der Sensibilisierungsstrategie.
Zusätzlich wollen wir vorhandene Angebote und Hilfen für Familien mit geringem Einkommen bekannter und besser zugänglich machen. Dazu schulen wir angelehnt an die „Tübinger Ansprechpartner für Kinderarmut“ haupt- und ehrenamtliche Menschen, die über Kindergärten, Schulen oder Vereine in Kontakt zu Familien stehen. Sie unterstützen Familien dabei, alltägliche Unterstützungsangebote und bei Problemen die Beratungsstellen zu erreichen. So tragen sie zu konkreter Entlastung der Familien bei.

Erreichbar sind wir in der Jugendhilfestation, in der Kirchstraße 5 in Ammerbuch-Entringen, direkt gegenüber vom Rathaus. Dort ist unsere Sozialpädagogin ansprechbar sowohl für Familien, Kinder und Jugendliche als auch Menschen, die sich engagieren möchten. Kostenfrei und vertraulich. Finanziert wird MuKi über die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg.

Ansprechpartnerin:
Katharina Brosda (muki@mbh-jugendhilfe.de)