Die Jungenradtour war wieder ein tolles Erlebnis

Spätsommerliches Wetter, Ende der Sommerferien: Die untrüglichen Zeichen für die alljährliche Radtour für Jungs aus den Erziehungsstellen.

Tag 1: 366 Höhenmeter, 57 km

Treffpunkt Mössingen, Bahnhof: Nach kurzer Verabschiedung von den Pflegevätern geht es voller Vorfreude los. Das Reisetempo ist trotz vollbepackter Räder gleich recht hoch, doch aufgrund des für diesen Tag doch anspruchslosen Streckenprofils und der Routenführung weitestgehend abseits von Autostraßen, lassen wir es bis zum ersten Badesee rollen: Willkommene Erfrischung und Durchblutungsförderung des Gesäßes. Dann nach ordentlicher Kalorienzufuhr weiter Richtung Jugendherberge Bad Urach. Nach kurzer Ruhepause und Diskussion, ob oder ob nicht dann doch Aufstieg zur Ruine Hohen Urach und alle begeistert vom Sonnenuntergang und der mittelalterlichen Stimmung.

Tag 2: 990 Höhenmeter, 70 km

Einrollen wird überbewertet und Warmfahren geht auch am Berg: Bad Urach – Münsingen 16 km steht auf einem Schild. Dass davon gute 12 Kilometer bergauf sind wird glatt unterschlagen. Heute ist also gleich zu Beginn Tempo drosseln angesagt, Rhythmus finden, möglichst nicht anhalten. Leichter gesagt als getan. Hier gilt das Motto: Zähne zsmmbssn. Alle sind schließlich froh, oben zu sein. Die Fahrt über den ehemaligen Truppenübungsplatz, inzwischen ein landschaftliches Kleinod, wird dann jedoch nicht für alle zur Genussfahrt: Der Besuch in Gruorn und die Geschichte dazu ist noch einigermaßen in Ordnung. Dann jedoch ewig kein Haus, keine Ortschaft, kein Laden. Stattdessen fast nur Rentner auf Pedelecs, die uns überholen. In Münsingen dann der versprochene Einkauf mit Leckereien. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Erst recht, als dann ein Dirt Park an der Strecke liegt. Von Müdigkeit und Erschöpfung keine Spur mehr. Gepäcktaschen weg und los geht´s. Inzwischen ist es auf den Radtouren gute Tradition, auch an der Strecke liegende Denkmäler zu besichtigen. So wird allen der Besuch der Gedenkstätte Grafeneck an die „Krankenmorde“ im Dritten Reich eindrücklich in Erinnerung bleiben.

Tag 3: 440 Höhenmeter, 48 km

Müde Beine machen sich schon auf den ersten Kilometern bemerkbar. Die Gruppe ist weit auseinandergezogen und die Pausen häufen sich. Hier mal was trinken, dort einen Pulli ausziehen, dort kurz was essen. Sobald einer vom Fahrrad steigt, sitzen alle im Gras oder auf dem Radweg. Auch aufgrund eines aufziehenden Gewitters verkürzen wir die Strecke, streichen das für den Mittag vorgesehe Baden und fahren auf direkterem Weg zurück nach Mössingen. Vor allem auf der Abfahrt herunter von der Alb heißt es noch einmal volle Konzentration und unbedingte Einhaltung der besprochenen Regeln.

Alles klappt hervorragend: Pannen- und unfallfrei, mit schönen Eindrücken und dem Erlebnis einer guten Gemeinschaft kehren wir wohlbehalten, aber müde nach Mössingen zurück und treffen auf die abholenden Pflegeväter, die glücklicherweise mit dem Auto gekommen waren.