
Martin-Bonhoeffer-Häuser
Geschäftsstelle
Lorettoplatz 30
72072 Tübingen
Tel. 07071-5671-0
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Reinhart Lempp, Andreas Flitner, Anne Frommann, Hans Thiersch und Gunter Haag gründen zusammen mit weiteren Fachleuten aus Pädagogik und Psychiatrie den „Tübinger Verein für Sozialtherapie bei Kindern und Jugendlichen e.V.“. Zweck ist die Rettung eines im Zuge von Heimkampagne und Studentenbewegung von jungen Leuten in eigener Initiative betriebenen Alternativ-Projekts zur Heimerziehung. Betroffen sind 27 Kinder und Jugendliche, für die verlässliche Strukturen geschaffen werden müssen. Fritz und Thekla-Funke-Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung und Fördermittel des Landes ermöglichen dies. Das Projekt wird zur Einrichtung „Sozialtherapeutische Wohngruppen“. Gunter Haag wird kommissarischer Leiter.
übernimmt die Leitung der Einrichtung. Sie wird dezentral organisiert in vier Wohngruppen für jeweils 6 Kinder und Jugendliche, die von zwei Fachkräften und einer Praktikantin betreut werden. Eine Kleingruppe mit drei Plätzen betreibt Martin Bonhoeffer im eigenen Haushalt selbst. Teilweise wohnen die Mitarbeiter/innen im Haus der Gruppe. Pädagogische Leitgedanken sind: kleine, entstigmatisierende, verlässliche Lebensgemeinschaften, überschaubare Lebensverhältnisse in normalen Wohngebieten, höchstmögliche Kontinuität im pädagogischen Alltag, Konstanz der Beziehungen, Verzicht auf einengende Festlegung zugunsten spezieller Therapieformen, stattdessen alltagsorientierte Beziehungsarbeit und die kreative Nutzung aller Möglichkeiten, dem Kind zu beschaffen, was es zur Überwindung seiner biographischen Belastungen und für seine gute Entwicklung braucht.
Seine beiden Aufgaben bestehen
1. in der Außenbetreuung (heute Betreutes Jugendwohnen genannt) der jungen Menschen aus den Wohngruppen, die rechtzeitig vor Beendigung der Jugendhilfemaßnahme bei ihrer Verselbständigung im eigenen Haushalt zu begleiten sind. Denn ansonsten wären sie nach Erreichung der von 21 auf 18 Jahre herabgesetzten Volljährigkeit, spätestens aber bei Abbruch oder Beendigung der zuvor begonnenen Ausbildung ohne zuvor erworbene Fähigkeiten zur eigenständigen Haushalts- und Lebensführung auf sich selbst gestellt. Das ist die Rechtslage des JWG.
2. im Aufbau eines Netzes Sozialtherapeutischer Erziehungsstellen, in denen Kinder und Jugendliche der Heimerziehung in Privathaushalten fachlich qualifizierter Menschen betreut werden und ein Zuhause finden können. Das bietet ihnen größere Verlässlichkeit, Kontinuität und Beziehungskonstanz als die Heimerziehung mit ihren Strukturschwächen des Schichtdienstes und des häufigen Wechselns der Bezugspersonen.
Kinder sollen Hilfe frühzeitig und vor Ort erhalten. Das erspart ihnen, aus all ihren Bezügen gerissen und fernab untergebracht zu werden. Der Gedanke der milieuverbundenen Heimerziehung führt zum Kauf eines Hauses in der Mathildenstraße der Tübinger Südstadt mit Hilfe der Stiftung Deutsche Jugendmarke. Dies ist der Beginn der „Mathilde“ als „zweites Zuhause um die Ecke“, als „Haus für Kinder, Jugendliche und Familien“ im Sinne lebensfeldorientierter Jugendhilfe.
Werklehrer und Lehrerin für Einzelunterricht erweitern die Möglichkeiten der gezielten Förderung. („Unsere Kinder brauchen Erfolgserlebnisse und zu diesen müssen wir sie notfalls auch zwingen“).
Ein Psychologe wird eingestellt.
Ein Anwesen in Nehren wird erworben. Dies ermöglicht einer der Wohngruppen den Umzug in geeignetere Verhältnisse, der Arbeit des Werklehrers eine gut ausgestattete Werkstatt und dem VND dringend benötigten Wohnraum für das selbständige Wohnen seiner Jugendlichen.
"weil unsere Kinder den Namen „Sozialtherapeutische Wohngruppen“ nicht mögen“.
In diesen Jahren entsteht auch die empirische Arbeit von Werner Freigang „Verlegen und Abschieben – zur Erziehungspraxis im Heim“, die sich kritisch mit der Praxis des Verlegens auseinandersetzt.
erleidet im Dezember 1982 einen Herzinfarkt von dem er bis zu seinem Tod am 5.4.1989 nicht wieder genesen wird.
Der Vorstand betraut die Mitarbeiter/innen Mechthild Pech und Peter Schmid mit der Leitung der Einrichtung. Sie nehmen sie gemeinsam wahr, bis im Zuge einer umfassenden Strukturreform Peter Schmid 1990 die Gesamtleitung übernimmt.
Änderung der Konzeption der „Mathilde“ vom vollstationären zum teilstationären Ansatz. Aufbau der Tagesgruppe im Lebensfeld mit 12 Plätzen. Die Besetzung mit vier Fachkräften ermöglicht ausreichende Binnendifferenzierung der pädagogischen Arbeit und stationäre Krisenunterbringung in der Tagesgruppe, wenn es im Elternhaus zu problematisch wird. Die immer noch lesenswerte empirische Studie von Matthias Moch „Familienergänzende Erziehungshilfe im Lebensfeld – eine Untersuchung an einem Modellprojekt“ aus dem Jahr 1990 bietet interessante Einblicke in die Entwicklungsjahre.
Der Aufgabenbereich Erziehungsstellen wird aus dem Vermittlungs- und Nachsorgedienst (VND)ausgegliedert. Fortan sind Werbung, Auswahl, Vermittlung der Kinder und Begleitung der gestifteten Lebensgemeinschaften Aufgabe des neuen Vermittlungs- und Beratungsdienstes (VBD). Die damit geschaffene Kapazität ermöglicht in den Folgejahren, dass bis zu 33 Kinder in solch privaten Haushalten leben können. Zusätzlich wird immer wieder die Begleitung einzelner Pflegestellen des Kreisjugendamtes geleistet.
Der VND ist nun mit 16 Plätzen ausschließlich für die Betreuung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen des Betreuten Jugendwohnens zuständig. Später werden auch Leistungen der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) und die Entwicklung des Betreuten Jugendwohnens in Gemeinschaften erfolgen.
Die erfolgreiche pädagogische Arbeit der „Mathilde“ im Tübinger Süden, veranlasst das Jugendamt, um den Aufbau einer Tagesgruppe im Lebensfeld Waldhäuser-Ost (Tübingen-Nord) zu bitten. Mangels geeigneter Räumlichkeiten wird sie zunächst in der 18. Etage eines Hochhauses eingerichtet, später mit 12 Plätzen in zwei verbundenen Erdgeschoßwohnungen im Weidenweg betrieben.
„Es besteht Einigkeit, dass wir Martin Bonhoeffer gerne die Ehre geben und auch selbst die Ehre haben möchten, nach ihm benannt zu sein“
Nach Abzug des Französischen Militärs eignen sich die großen Wohnungen in den ehemaligen Kasernengebäuden – unrenoviert – als billiger Wohnraum. Im Wohnquartier Stuttgarter Straße leben nun ca. 120 Familien aus ca. 20 Nationalitäten in 6 Wohnblocks, insgesamt über 600 Bewohner/innen, davon rd. 230 Kinder im Alter von 0-18 Jahren. Kinderreiche Familien und Alleinerziehende sind überrepräsentiert. Mit Hilfe des Landeswohlfahrtsverbandes Württemberg-Hohenzollern wird in einer der Wohnungen das Projekt NaSe (Projekt zur Förderung nachbarschaftlicher Selbsthilfe) als niederschwellige Anlaufstelle eingerichtet. Das Projekt ist mit einer halben Stelle ausgestattet. Die Mitarbeiterin wird schnell zur allseits anerkannten helfenden Instanz im Quartier.
Der Sozialdezernent des Landkreises Dieter Rilling initiiert auf dem fachlichen Hintergrund der Intentionen von KJHG, 8. Jugendbericht und bereits vorhandenen Modellentwicklungen der beteiligten Träger die Planungsgruppe Jugendhilfestationen. Ziel ist die Versorgung des Landkreises mit einem flächendeckenden Netz ambulanter und teilstationärer Hilfen. Das fachliche Leitbild zeigt sich in den Begriffen „Lebensweltorientierung“, „Integration“, „Prävention“, „Partizipation“, „sozialräumliche Planung, Organisation und Vernetzung“, „Bedarfsgerechtigkeit“ und „Flexibilität“.
Die Martin-Bonhoeffer-Häuser übernehmen die Versorgungsbereiche Tübingen-Nord, Tübingen-Süd, Ammerbuch.
Nicht die Jungen und Mädchen müssen zu den Hilfen kommen, sondern umgekehrt. Der Standort des Projekts wird bewusst mit Fenster zum Hof im Erdgeschoss eines der Wohnblocks der Stuttgarter Straße gewählt. Schnell ist es völlig ausgelastet und teilweise überlastet. Der Bedarf der ausschließlich älteren Jugendlichen ist enorm. Auch Mädchen aus muslimischen Familien haben nun einen Platz. Aber es braucht zuvor große Anstrengungen, das Vertrauen ihrer Eltern zu gewinnen.
Neben der Arbeit mit der „Teenie-Gruppe“ bleibt hier auch Raum für präventive Arbeit mit Kindern in der Grusl- (Grundschul)gruppe. Für den Baustein III, ein Angebot zur Hilfe im Übergang Schule-Beruf wird 1998 aufgestockt.
Der Anspruch bedarfsgerechte Hilfeleistung steht gegen die Versäulung der Einzelfallhilfen in je spezielle Dienste für sozialpädagogische Familienhilfe, Intensive Sozialpädagogische Einzelfallhilfe, Erziehungsbeistandschaft und Betreutes Jugendwohnen mit je eigenen Bedingungen an die Klientel. Hilfe soll flexibel am individuellen Bedarf ausgerichtet werden. Auch bei Veränderungen des Bedarfs sind Kontinuität und Beziehungskonstanz in der Betreuung zu achten, Abbrüche und Weiterleitung deshalb zu vermeiden.
Die Aufgabe der integrierten und flexiblen Einzelfallhilfe im Tübinger Süden liegt von nun an in Händen des Mobilen Dienstes. Eine feste Kapazität ist nicht vorgesehen. Anspruch ist vielmehr allein, dem sich jeweils zeigenden Bedarf auch personell „maßgeschneidert“ gerecht zu werden. Das stellt hohe Anforderungen an die Personalentwicklung, vorhaltung und Einsatzplanung, an Arbeitszeit- und Zeitkontenmodelle, vor allem aber an Qualifikation und Flexibilität der Fachkräfte selbst.
Der MD-Süd startet in den Räumen des NaSe-Projekts mit einer Fachkraft und wird sich in den Folgejahren zu einem sehr umfangreichen und mit vielfältigen Aufgaben betrauten Dienst entwickeln.
Die Kinder, Jugendlichen und Familien im Norden sollen nicht vom bereits im Süden eingerichteten Mobilen Dienst mitversorgt werden. Sozialraumorientierung bedeutet Präsenz, Einbindung, Bekannt-Sein und Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Auch hier wird mit einer Fachkraft begonnen, die im Lauf der Jahre drei Kolleginnen hinzubekommen wird.
Die Struktur der aus 6 Ortschaften bestehenden Gemeinde stellt besondere Anforderungen an die Mobilität. Der Mangel an Beratungsräumen vor Ort erfordert die Anfahrt aus Tübingen und steht kontinuierlicher Präsenz im Sozialraum entgegen. Dies wird sich erst bessern, wenn 2001 ein Haus in der Entringer Paulinenstrasse von den Fachkräften des Mobilen Dienstes und ihren Kolleginnen als Jugendhilfestelle Ammerbuch in Betrieb genommen werden wird.
Der Entwicklungsprozess der Jugendhilfestationen wird von 1998 bis 2003 unterstützt durch das Bundesmodellprojekt Integra, dem sich der Landkreis Tübingen anschließt. Der Landkreis ist im Rahmen des Bundesmodellprojekts einer von fünf Standorten. Das Projekt wird federführend von der IGfH (Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen) durchgeführt und aus Mitteln des Bundes finanziert.
Einzelfallbezogene Zusammenarbeit reicht angesichts der Dynamik der sozialen Entwicklung im Einzugsbereich der Grundschule nicht aus. Zwei Fachkräfte mit je einer halben Stelle leisten nun dauerhaft im Schulalltag sozialpädagogische Hilfe.
Ein schönes Fest und mit spannenden Fachveranstaltungen. Eine Dokumentation mit vielen Berichten und Vorträgen steht als Druckversion zur Verfügung.
Ein eigener Ort für Mütter ermöglicht Integration, Austausch, Beratung und gegenseitige Stärkung. Dieses Angebot im Vorfeld spezieller fallbezogener Erziehungshilfe leistet fortan mit geringem Aufwand (0,14 Fachkräfte) wertvolle Präventionsarbeit.
Landkreis, Städte und Gemeinden wollen Schulsozialarbeit an möglichst allen Hauptschulen ermöglichen und nutzen ein Förderprogramm des Landes zur diesbezüglichen Offensive. Die bisher schon intensive, aber nur am Einzelfall mögliche Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfestelle und den beiden Grund-Haupt- und Werkrealschulen kann nun durch Einstellung zweier Schulsozialarbeiter/innen mit je halber Stelle ein gutes Fundament erhalten. Das neue Angebot entlastet die Schulen und nimmt Druck von der Erziehungshilfe, denn Probleme von und mit Schüler/innen können nun frühzeitig in alltäglicher Kooperation von Schul- und Sozialpädagogik vor Ort angegangen werden. Bürger/innen aus Ammerbuch helfen ehrenamtlich mit. Umgekehrt unterstützt die Jugendhilfestelle Bürgerprojekte, wie die Kinderspielstadt „Los Ämmerles“
Nicht jede Entwicklungsgefährdung muss mit intensiver Einzelhilfe oder Tagesgruppe beantwortet werden. Soziales Lernen und Wachsen in der Gruppe Gleichaltriger im Rahmen der Erziehungshilfe ist nun auch in Ammerbuch möglich. Zwei Fachkräfte (Teilzeit) und ehrenamtliche Helfer/innen bieten nun geschlechter- und altersdifferenzierte soziale Gruppenarbeit in Entringen, Altingen und an der Förderschule in Reusten an.
Zunehmend zeigen Schüler/innen der Grundschule Bedarf an erzieherischer Hilfe. Ein Gruppenangebot an der Schule soll ihnen zur Stabilisierung verhelfen, um stärker eingreifende Maßnahmen möglichst noch vermeiden zu können. Zwei Fachkräfte übernehmen diese Aufgabe der gezielten nachmittäglichen Betreuung und Förderung. Wo zusätzlich Unterstützung der Eltern erforderlich ist, werden Betreuungshelfer des Jugendamtes eingesetzt.
Im Sinne sozialräumlicher Strukturierung der Leistungen wird die Gruppenarbeit des beim Landkreis angesiedelten Mutter-Kind-Modells regionalisiert. Im Tübinger Süden kommt die Aufgabe dem Projekt Nachbarschaftliche Selbsthilfe zu.
Für den Bedarf einer beträchtlichen Anzahl hilfebedürftiger Kinder aus der Südstadt, wäre die Tagesgruppe zu betreuungsintensiv, die Möglichkeiten der Sozialen Gruppenarbeit jedoch nicht ausreichend. Deshalb wird die Intensive Soziale Gruppenarbeit (ISGA) konzipiert. Zwei Fachkräfte - Heilpädagogin und Sozialpädagoge – übernehmen die Aufgabe für 8 Kinder im Haus Paulinenstraße der Tübinger Südstadt. Mindestens eine Stunde Elternarbeit pro Monat ist für die Mütter und Väter verpflichtend. Die Kinder kommen drei Nachmittage pro Woche, geöffnet sind vier Tage, damit differenziert – z.B. auch in Form der Einzelbetreuung - gearbeitet werden kann.
An der Grund-, Haupt- und Werkrealschule in Ammerbuch-Altingen entsteht mit Hilfe der Landesstiftung ein Projekt zur Förderung vielseitiger Qualifikationen der Schüler/innen. In unterschiedlichen Kursen werden ihnen praktische Fähigkeiten fürs Leben und zur Erhöhung ihrer späteren beruflichen Chancen vermittelt. Die Martin-Bonhoeffer-Häuser übernehmen Anstellung und Fachberatung der Pädagogischen Fachkraft für die Projektdauer. Leider findet das Projekt nach Ende der Förderzeit keine Fortsetzung in der Gemeinde.
Präventive Jugendhilfe darf nicht erst tätig werden, wenn Erziehungshilfebedarf schon eingetreten ist. Der Landkreis ermöglicht fallübergreifende Leistungen im Umfang von 5 Prozent des fallbezogenen Budgets. Eine Vielzahl von Projekten und Aktionen unter Beteiligung bürgerschaftlicher Engagements entsteht. Als Leitbild dient § 1, Abs. 3, Satz 4 SGB VIII.
Auch an der Grundschule im Norden zeigt sich, dass allein fallbezogene Zusammenarbeit nicht ausreicht. Eine Fachkraft mit halber Stelle geht vor Ort.
Der Landkreis Tübingen hat sich mit seiner im Sinne des KJHG und des achten Jugendberichts vorbildlichen und bundesweit beachteten Jugendhilfeentwicklung übernommen. Zunächst müssen die gerade erst durch den neuen Finanzierungsrahmen möglich gewordenen fallübergreifenden Leistungen wieder eingestellt werden - ohne, dass sie richtig zum Tragen kommen konnten. Politischer Enttäuschung über im Gesamtetat ausbleibende Amortisation der Investition in präventive, niederschwellige Jugendhilfe folgt zunehmend die Orientierung am Aufwand anderer Landkreise. Dies führt zum Kapazitätsrückbau bei Sozialer Gruppenarbeit und Tagesgruppe sowie zum Paradigmenwechsel im Sinne der stärkeren Ausrichtung auf das „Kerngeschäft“ der Erziehungshilfe. Die Hilfemöglichkeiten der Martin-Bonhoeffer-Häuser trifft dies mit Reduzierungen der Tagesgruppe-Nord (50%), der Sozialen Gruppenarbeit-Nord (40%), der Sozialen Gruppenarbeit-Ammerbuch (25%), des Mobilen Dienstes an der Französischen Schule (50%) und des Mobilen Dienstes an der Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost (100%).
am 9.10.2006 kurz vor dem geplanten Eintritt in den Ruhestand. Gerade erst wurde der Nachfolger in der Einrichtungsleitung bestimmt.
Der Mobile Dienst an der französischen Schule wird mit einer 50%-Stelle unter dem neuen Titel Schulsozialarbeit weitergeführt. Die Finanzierung teilen sich künftig die Stadt mit 75% und der Landkreis mit 25% der Kosten. Gleiches gilt für die 50%-Stelle der Schulsozialarbeit an der Grundschule WHO/Winkelwiese.
durch eine Vielzahl an pädagogischen Zusatzangeboten im Einzelfall oder Gruppenübergreifend. Z.B. heilpädagogisches Reiten, erlebnispädagogische Zusatzleistungen, Rückfallpräventionstraining für jugendliche Sexualstraftäter. Die individuellen Zusatzleistungen ergänzen die Gruppenpädagogik.
1. Konzeptüberlegungen für ein flexibleres und eng mit den ambulanten Leistungen verbundenes stationäres Angebot werden aufgenommen.
2. Die Soziale Gruppenarbeit an der Hügelschule zieht in die neuen Räume der ehemaligen Hausmeisterwohnung auf dem Schulgelände. Mit im Haus ist ein Büro für den Mobilen Dienst.
3. Beteiligung am Landesprojekt Wiko - wirkungsorientierte Formen der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.
Aufgrund der weiter rückgängigen Anfrage für die Leistungen des Betreuten Jugendwohnens erfolgt die Auflösung des traditionsreichen Arbeitsbereichs des VND und die Integration der Mitarbeiter und des Angebots in die Mobilen Dienste. Das Büro in der Kronenstraße in der Tübinger Innenstadt - über viele Jahre Anlaufstelle für Jugendliche auf dem Weg zur Verselbstständigung - wird aufgegeben.
In Folge der landkreisweiten Qualitätsoffensive Soziale Gruppenarbeit, erfolgt eine weitere Reduzierung des Leistungsangebots im Tübinger Süden um eine 50%-Stelle und der Wegfall punktueller Unterstützung der Gruppenarbeit durch Betreuungshelfer des Landkreises.
Gravierender noch trifft es die langjährige Arbeit der "Mathilde". Der Landkreis fordert die Reduzierung von 12 auf 6 Tagesgruppenplätze. Zur Begründung dient die fortschreitende Ganztagsschulentwicklung, in deren Folge eine flexiblere Betreuungsstruktur nötig wird. Der Umbau der Tagesgruppenplätze in ein weiteres Angebot der ISGA (Intensive Soziale Gruppenarbeit) soll die Bedarfe besser abdecken. Das sich im Aufbau befindende neue teil- und stationäre Projekt "Fips" muss unter anderen als geplanten Vorzeichen starten. "Fips" steht als Kürzel für familienintegratives Projekt und knüpft in seiner Ausrichtung an die Ursprungsidee der Mathilde an. Tagesgruppe und Wohngruppe in einem Haus, ein Team und Möglichkeiten der differenzierten Gestaltung der Tagesstruktur. Das sanierungsbedürfte Haus Mathildenstraße 5 wird verkauft und im Herbst 2009 erfolgt der Umzug und Neustart im Haus der ehemaligen Jugendhilfestation und für Fips umgebauten Paulinenstraße 1.
Mit diesem Umzug sind viele andere räumliche Veränderungen in der Tübinger Südstadt verbunden. Viele Teams und Angebote finden eine Interimsbleibe in den Wohnblocks der Stuttgarterstraße (SGA, Nase, MDs, Pauli-Gruppe, BL und Verwaltung), bis dann in 2010 weitere Umzüge anstehen.
Als neue Angebote ergänzen Kunsttherapie (vor allem für die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppen) und Video-Home-Training das Leistungsspektrum der Einrichtung.
Eine neue Form der bereichsübergreifenden Reflexion und Vernetzung wird mit der „Fallwerkstatt“ eingeführt. In unregelmäßigen Abständen geben KollegInnen Einblicke in die laufende Fallarbeit und deren Herausforderungen.
für 6 Jugendliche in den neu sanierten Räumen der ehemaligen Eckwohnung der Nase an der Ecke Galgenberg/Stuttgarterstraße. Zwei KollegInnen sind Ansprechpartner für die Jugendlichen
Im April erfolgt der Einzug der Geschäftsstelle und weiterer pädagogischer Angebote in das über ein Jahr sanierte und umgebaute ehemalige Kasernengebäude am Lorettoplatz 30. Um den Kauf und die Sanierung zu finanzieren wird die ehemalige Geschäftsstelle in der Gartenstraße 131 verkauft. Der Abschied weckt viele Erinnerungen, der Einzug in die schönen großen Räume am Lorettoplatz schafft neue Entwicklungsmöglichkeiten. Der Einzug wird mit einem schönen Mitarbeiterfest gefeiert, im Juli erfolgt die offizielle Einweihung der neuen Räume mit einem Tag der offenen Tür und vielen Gästen. Fazit: Das Umzugsprojekt ist gut gelungen und fand genau zum richtigen Zeitpunkt statt.
Mit einem Fachtag und einem Fest für alle ehemaligen und aktuellen Erziehungsstellenfamilien und Kinder wird dieses Jubiläum gebührend gefeiert.
an dem wir uns zusammen mit zwei paritätischen Einrichtungen der Region beworben haben. Ziel des Projekts ist es über drei Jahre ein Programm zum beruflichen Einstieg und ein Programm zur Qualifizierung von Nachwuchskräften in der Sozialen Arbeit zu entwickeln, zu erproben und dauerhaft in den Einrichtungen zu implementieren. Das Thema Fachkräftemangel und demographischer Wandel wird damit frühzeitig aufgenommen.
Die Martin-Bonhoeffer-Häuser sind Gründungsmitglied des Vereins Stadtteiltreff WHO. Ende des Jahres startet ein Statteilcafe auf Waldhäuser-Ost, das wir in seiner Arbeit nach Kräften unterstützen und damit unsere Gemeinwesenaktivitäten im Tübinger Norden sinnvoll erweitern.
Für die MitarbeiterInnen der Wohngruppen startet die Inhouse-Fortbildung Traumapädagogik in Zusammenarbeit mit dem Institut für Traumapädagogik in Hanau (Jacob Bausum und Wilma Weiß). Alle hauptamtlichen Kräfte der Wohngruppen nehmen gemeinsam daran teil.
Das Endes des Jahres wird überschattet von Vorwürfen gegen die Person Martin Bonhoeffers, die in einem Stern-Artikel geäußert werden. Martin Bonhoeffer habe 1976 einen ehemaligen Schüler der Odenwaldschule sexuell belästigt.
Kooperationsvereinbarung mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen in Form einer 14-tägigen Sprechstunde der Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche aus unseren Angeboten. Die Sprechstunde findet in den Räumen am Lorettoplatz 30 statt. Wir reagieren damit auf die Problembelastungen der Jugendlichen ohne unser Konzept einer alltagsorientierten Wohngruppenarbeit aufzugeben.
Der Tübinger Gemeinderat hat schon 2010 die Errichtung eines Bürgertreffs im Quartier der Stuttgarterstraße beschlossen. Die Nase soll in direkter Hausgemeinschaft ihren Platz finden und wird ihre Arbeit neu ausrichten und weiterentwickeln. Die Martin-Bonhoeffer-Häuser sind von der Stadt mit der Koordination des Bürgertreffs beauftragt. Im Mai findet im Rahmen des Tübinger Tags der Familie ein schönes und gut besuchtes Eröffnungsfest statt.
Der Tübinger Gemeinderat beauftragt die Martin-Bonhoeffer-Häuser mit dem Aufbau der Schulsozialarbeit an der Ganztagsgrundschule Hechinger Eck und Ludwig-Krapf-Schule. Die drei Schulsozialpädagogen der Grundschulen in der Südstadt werden ab Herbst ein Stadtteilteam bilden.
Am 30.9.2011 wurde von der Mitgliederversammlung eine neue Vereinssatzung beschlossen. Zukünftig werden die Geschicke des Vereins durch einen hauptamtlichen Vorstand geleitet, der in seiner Arbeit durch das Kuratorium kontrolliert und beraten wird. Dr. Matthias Hamberger wurde als Vorstand eingesetzt. Dem Kuratorium gehören zukünftig Prof.Dr. Hans Thiersch, Dr. Anne Frommann, Prof.Dr. Michael Günter und Prof.Dr. Rainer Treptow an.