
Martin-Bonhoeffer-Häuser
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Heilpädagogisches Reiten ist eine ganzheitliche Interventionsmaßnahme, die Kinder und Jugendliche auf sozialer, kognitiver, motorischer und emotionaler Ebene fordert und fördert. Die guten Erfolge, die durch heilpädagogische Reitangebote erzielt werden, sind mitunter dadurch zu begründen, dass nicht nur Entwicklungsfelder im sozialen Bereich geboten werden, auch wenn dies selbstverständlich einen zentralen Aspekt der Arbeit darstellt. Darüber hinaus findet immer auch eine Förderung im motorischen, kognitiven und emotionalen Bereich statt.
Der Beziehungsaufbau zum Pferd steht stellvertretend für andere Beziehungen. Auf der Basis des Reiten-Lernens entstehen Gespräche und Kontakt mit dem Pädagogen/der Pädagogin. Durch das Pferd als lebendes Medium mit seinem arteigenen Verhaltensrepertoire wird soziales Lernen stimuliert. Die nonverbale Kommunikationsfähigkeit mit dem Pferd kommt dem Verhalten und Rückzug der Kinder und Jugendlichen entgegen. Über den anspruchslosen Tierkontakt, die bedingungslose Zuwendung des Pferdes, können die Kinder und Jugendlichen positive Beziehungserfahrungen erleben, die ihnen im Kontakt zum Menschen vielleicht noch schwer möglich, weil verstellt sind.

Ziele können sein:
Die Eigenschaften des Pferdes tragen entscheidend zur Wirkung des heilpädagogischen Reitens bei, dennoch erzielt der Einsatz des Pferdes allein in sozialen Lernsituationen keine Effekte. Der Erfolg hängt davon ab, wie der Pädagoge die gesamte Situation mitgestaltet und das Pferd zur Wirkung bringt, wie Pferd und Pädagoge miteinander arbeiten und aufeinander eingestimmt sind. Dazu trägt entscheidend bei, dass das Pferd auch vom Pädagogen ausgebildet wurde und regelmäßig weitergebildet wird.

Martina Schöringhumer ist Diplom-Pädagogin und Mitarbeiterin einer unserer Jugendwohngruppen. Sie ist ausgebildete Reittherapeutin beim Förderkreis therapeutisches Reiten e.V. (FthR e.V.).
Kaj-Anne Brunke arbeitet ebenfalls als Diplom-Pädagogin in einer unserer Wohngruppen und ist Trainerin B Reiten (FN).
Die Arbeit mit den Kindern und Pferden wird eng an das jeweilige Team zurückgebunden. Regelmäßige Verlaufsberichte bilden eine wichtige Reflexionsgrundlage um die Entwicklung nachzuvollziehen.
Unsere beiden Pferde sind als Therapiepferde ausgebildet und werden regelmäßig trainiert, um diesen Ausbildungsstand zu erhalten bzw. kontinuierlich fort zu setzen.

Heilpädagogisches Reiten umfasst neben dem Reiten verschiedene Aktivitäten mit dem Pferd wie beispielsweise Führen, Füttern, Pflegen.
Dabei zeichnet sich das Pferd durch sein einschätzbares, sensibles und unvoreingenommenes Verhalten aus. Es lädt als soziales Lebewesen von sich aus zur Beziehungsaufnahme ein.
Der Pädagoge hat die Aufgabe den Kontakt anzuleiten und ein individuell angepasstes Lernfeld zu schaffen.

Hier finden Sie einen aktuellen Flyer zu unserem Angebot des heilpädagogischen Reitens: